Gardasee 2005

18. Mai - 21. Mai

San Zeno di Montagna 

San Zeno di Montagna

Auf dem Weg zum Podere in Larciano machen wir für drei Tage Halt am Gardasee. Über Davos, den Flüelapass, wo auf der Passhöhe noch meterhohe Scheemauern den Straßenrand säumen, Zernez und den Ofenpass gelangen wir übers Val Müstair bei Glurns in den Vinschgau. Schell erreichen wir über Bozen und Rovereto in Torbole den Garda- see. Auf der immer noch eindrucksvollen Gardesana orientale fahren wir nach Süden zu unserem Zielort, San Zeno di Montagna, fast 400 m über dem See auf halbem Weg zum Monte Baldo gelegen. Von der Aussichtsterrasse unseres Hotels "Bellavista" bietet sich ein atemberaubender Blick über den südlichen Gardasee bis nach Sirmione. 

Sicherlich eine der reizvollsten Städte am östlichen Ufer des Sees ist Torri del Benaco, das noch den alten Name des Gardasees trägt. Der mittelalterlich anmutende Ort war schon vor 4000 Jahren besiedelt und jahrhundertelang Streitobjekt zwischen der Lombardei und Venedig.

Ein morgendlicher Bummel vom malerischen Hafen durch das Städtchen führt vorbei an kleinen Läden, Boutiquen und Ateliers. Um diese Jahreszeit empfindet man den Tourismus noch ganz angenehm.

Unweit vom Hafen erhebt sich die mächtige Skaligerburg (Castello Scaligero del Benaco), 1383 von Antonio della Scala auf den Resten eines römischn Kastells errichtet. Von hier hat man auch einen herrlichen Blick auf den fjordartigen Nordteil des Sees, die sanften Hügel und den scheebedeckten Gipfel des Monte Baldo (2218 m).

An den Mauern des Kastells blüht die Spornblume.

Wenige Kilometer südlich von Torri starten wir zu einer Wanderung durch die mediterranen Südhänge des Monte Luppia. Vorbei an prähistorischen Felszeichnungen aus der Bronzezeit durchqueren wir lichte Flaumeichenwälder und geniessen die prachtvolle Flora mit Salbei (links), Perückenstrauch (mitte) und Kleinem Knabenkraut (rechts). 

Von den sonnendurchglühten Kalkfelsen schweift der Blick über die Baia delle Sirene (Sirenenbucht) zur Punta San Vigilio und der Villa Brenzone. Dieser vielbesungene Ort mit dem kleinen Hafen, dem Park und der Villa aus dem Jahre 1538 gilt vielen Italienern als "der schönste Ort der Welt". Heute befindet sich hier ein kleines aber exclusives Hotel.  

In Garda, das dem "Benaco" seinen heutigen Namen gegeben hat, besuchen wir den belebten Markt.  Der Ort ist berühmt durch seine Burg, die Rocca. Viele dramatische Sagen und Geschichte ranken sich um diesen Ort, der im Laufe der  Jahrhunderte immer wieder umkämpft wurde. Garda (germanisch "warden") ist bis heute der Wächter des Benaco. Besonders reizvoll im Zentrum des Orts der Palazzo dei Capitani mit venezianisch-gotischer Fassade des 14. Jahrhdt.

Am Nachmittag besuchen wir die ostwärts zum tief eingeschnittenen Etschtal abfallenden Hänge des Monte Baldo. Über Caprino gelangen wir auf schmalen Straßen zum tausend Meter hoch gelegenen Ort Spiazzi. Von hier führt ein schmaler gewundener Kreuzweg in mehreren Stationen zu einer Felswand, an der wie ein Schwalbennest die neugotische Kirche Madonna della Corona über dem 300 m tiefen Abrund klebt. Im Innern der viel besuchten Wallfahrtskirche wird eine wundertätige Pietà aus dem Jahre 1432  verehrt.

Von San Zeno erreicht man auf schmaler kurvenreicher Straß den hoch gelegenen Ort Prada am Fusse des Monte Baldo. Noch ist der Sessellift zum Gipfel nicht in Betrieb. Auf den Wiesen dieser Hochalm blühen wilde Narzissen. Von hier führt eine haarsträubende Schotterstraße an überhängenden Felsenn entlang extrem steil hinab nach Malcesine.

Das Auge des Hobby-Botanikers erfreut sich an Knabenkraut, buchsblättriger Kreuzblume und Fingerkraut. Allerdings sind wir für viele endemischen Pflanzenarten dieser Region einige Wochen zu früh. Wir kommen also wieder!

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