Jura 2002

24. bis 31. Mai 2002

Der Fluß Doubs

Mit seinen vielen Richtungsänderungen ist der Doubs ein typischer Jura-Fluß; seiner "Unschlüssigkeit" (lat.: dubius) verdankt er den Namen und die landschaftliche Vielfalt seines schönen Tales.
In 937 m Höhe entspringt er bei Mouthe. Die Entfernung von der Quelle bis zur Mündung in die Saône beträgt nur 90 km Luftlinie; doch viele Gebirgsfalten zwingen ihn zu Umwegen, wobei er insgesamt 430 km zurücklegen und einen Höhenunterschied von 757 m überwinden muß.
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Über Bad Säckingen und Basel erreichen wir in wenigen Stunden Montbeliard und finden im Tal des Dessoubre Unterkunft.

Im Hotel sind außer uns nur zwei einheimische Musikanten, die virtuos auf ihren "Örgeli" spielen.

Montbeliard, das alte "Mömpelgard" gehörte 4 Jahrhunderte - von 1397 bis zur französischen Revolution - zum Herzogtum Württemberg.

Über dem Eingang zum Chateau hängt das alte württembergische Wappen mit der "Reichssturmfahne" und den "Mömpelgarder Fischen".

Nachdem wir bei Maîche eine Ferienwohnung gefunden haben, besuchen wir den "Saut du Doubs", den Doubsfall.

Über die "Èchelles de la Mort", die Todesleitern, erkunden wir die urwüchsige Flußlandschaft.

Die Loue ist ebenfalls ein durch den Jura geprägter Fluß. Ihre mächtige Karstquelle ("Source de la Loue") ist unterirdisch mit dem Doubs verbunden.

An den feuchten und schattigen Hängen des Talkessels findet man die Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium), eine Farnart.

In Mouthier-Haute Pierre, reizvoll an der Loue gelegen, beziehen wir unser zweites Quartier.

Von dort aus erkunden wir die Nouailles-Schlucht mit ihren Quellen und Höhlen. Eine von ihnen ist die "Grotte des Faux-Monnayeurs", die Falschmünzerhöhle.

 

Geheimnisvoller Zauberwald mit Wasserspielen - die "Cascades de Syratu".

 

Auf den Wiesen oberhalb unseres Dorfes finden wir manche Orchideenart - wie die Bocks-Riemenzunge (Himantoglossum hirzinum)

und die purpurrote Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis).

Einige Kilometer flußabwärts liegt Ornans, malerisch an der Loue gelegen, Geburtsort des Malers Gustave Courbet. 

Mit seinen alten Gassen und Brücken hat sich der Ort zu einem regionalen Zentrum entwickelt.


Brücke über die Loue bei Ornans

"La Source du Lison", die mächtige Karstquelle des Lison übertrifft an landschaftlicher Schönheit noch die Loue-Quelle. 

Unweit der Quelle und unterirdisch mit ihr verbunden liegt die Grotte Sarrazine mit einem gewaltigen, 90 m hohen Felstor.

Auch hier find man überall die bei uns so seltene Hirschzunge.

Am Fuße des Lison-Falls ist es angenehm frisch und kühl - ein willkommener Platz zum Rasten und Träumen.

Am letzten Tag unsers Urlaubs wandern wir vom Dorf hinauf auf den 882 m hohen Roche Haute Pierre.

Hier finden wir nicht nur interessante Pflanzenarten, wie das Kleine Knabenkraut (Orchis morio)

sondern haben auch einen überwältigenden Blick über die sanften Höhen des Juramassivs.

Ein Urlaub, an den wir uns sicher noch lange erinnern werden. 

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