Singapur, 9. Dezember 2000

Flug SQ 325 Frankfurt - Singapur: 10 Stunden nach dem Start erwache ich in der Morgendämmerung über dem Golf von Bengalen. Während die bildhübschen Stewardessen von Singapore Airlines das Frühstück servieren, gleiten wir über die malayische Halbinsel hinunter nach Singapur

Orchideen im Foyer des Flughafens

Der blitzsaubere Flughafen Changi mit seinen Karpfenteichen und Orchideengärten macht den 5-stündigen Aufenthalt zu einem Vergnügen, vor allem wenn man auf dem Dach des Terminals den Swimming-Pool besucht, der in der tropischen Schwüle herrlich erfrischt.

Schimmbad auf dem Dach von Terminal 2
Cooloola, 10. Dezember 2000
Glass House Mountains Morgens um sieben - nach einem eindrucksvollen Sonnenaufgang über den Weiten Australiens treffe ich in Brisbane ein. Mit großem Hallo werde ich von Mo begrüßt, der mich stolz zu seinem Toyota führt. Bald danach fahren wir auf dem Bruce Highway nach Norden und besuchen die "Glass House Mountains", die Captain Cook 1770 so benannt hat, weil sie ihn an die Glasschmelzerhütten in Yorkshire erinnert haben.

Über Noosa erreichen wir abends den Cooloola Nationalpark. Auf dem kaum besuchten Zeltplatz schlagen wir zum ersten Mal unser kleines Zelt auf, umgeben von Känguruhs, die uns neugierig beobachten. Kein Zweifel - ich bin in Australien.

Glass House Mountains
Pelikane bei Noosa Erstes Nachtquartier im Cooloola National Park
Coolola, 11. Dezember 2000
Die erste Nacht im kleinen Zelt war noch etwas ungewohnt. Aber es ist die Neugier, die mich schon um 5 Uhr aufstehen lässt. Nebel liegt über dem Platz. Zum ersten Mal höre ich Kookaburras rufen. Nach dem kräftigen Frühstück brechen wir zu einer Exkursion durch den Nationalpark auf. 
Zunächst geht es durch lichten Eukalyptuswald, später erreichen wir das Ufer des Cootharaba-Sees, wo wir in der Ferne Pelikane sehen. Dann wird der Urwald dichter - der Pfad führt vorbei an Palmen, große Farnen, Mangroven und "Tea Trees".
Schließlich erreichen wir die "Great Sandy National Park Cooloola Station". Wir rasten auf den warmen Holzplanken der Station, beobachten fischende Milane und einen "Kingfisher" (Eisvogel). Ein Lehrpfad führt uns durch den Mangrovenwald zu einem idyllischen, mit Seerosen bewachsenen Teich.
Lang genießen wir die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. Später - auf dem Rückweg zu unserem Zelt - treffen wir auf "Graue Riesen", die großen grauen Känguruhs, die uns unbefangen näher kommen lassen.
Beim Abendessen - es gibt rote Bohnen mit Beefsteak - bekommen wir noch Besuch von einem Opossum, das neugierig unser Essen beäugt.
Lake McKenzie (Fraser Island), 12. Dezember 2000
Unser Tagesziel ist Fraser Island, die größte Sandinsel der Erde. Weil man dort nichts kaufen kann, ergänzen wir in Gympie unsere Vorräte und kaufen  noch einige Camping-Artikel. Hier wurde 1867 Gold entdeckt und in den folgenden 60 Jahren wurden 4 Mio. Unzen davon gefördert, die den Staat Queensland vor dem Bankrott retteten ("Gympie saved Queensland").
In Rainbow Beach holen wird uns die Camping-Erlaubnis für 3 Nächte, dann setzen wir in Inskip Point auf die Fähre über, die direkt am Sandstrand anlegt. Mit 70 kmh macht es einen Riesenspaß entlang der Brandung nach Norden zu brausen. Später wühlen wir uns mit 10 kmh durch die Sanddünen und erreichen erst spät den Lake McKenzie, wo wir übernachten. 
Dilli Village (Fraser Island), 13. Dez. 2000
Hohe Luftfeuchtigkeit im Zelt lässt mich schon um 5 Uhr 30 aufstehen. Der Lake McKenzie ist ein Phänomen: Der auf schneeweißem Sand "liegende" See enthält weder Nährstoffe noch Pflanzen und nur eine Fischart. Im glasklaren See zu schwimmen ist ein herrliches Erlebnis.

Später wühlen wir uns durch den Sand hinunter zur Kingfisher Bay, wo wir am Pazifik relaxen, Vögel beobachten und frisches Eis kaufen. Auf dem Weg zu unserem Zeltplatz in Dilli Village bleiben wir sogar im Sand stecken und nur mit einer guten Idee, einem Schweizermesser und einigen abgeschnittenen Palmwedeln können wir uns wieder befreien.

Waddy Point (Fraser Island), 14. Dez. 2000
Nach dem Frühstück in Gesellschaft von einem Rudel Dingos, die uns unablässig beobachten, schlendern wir hinunter zum Meer, wo Hunderte von Seeschwalben in der Brandung nach Nahrung suchen. Mit Einsetzen der Flut fahren wir weiter, bunkern in Eurong frisches Eis und bestaunen später das Wrack der Maheno, die hier 1935 in einem Wirbelsturm strandete.

Indian Head heißt eine steile Felsklippe, auf der James Cook von seiner "Endeavour" aus "Indianer" sah. Heute gibt es keine Aborigines mehr auf der Insel. In Waddy Point sind wir fast an der Nordspitze der Insel. Dort übernachten wir im Schatten herrlicher Eukalyptusbäume ("Scribble Gums" und "Red Gums") auf dem Campingplatz des Nationalparks.